Ohne zu kollabieren und überraschend leichtfüßig umrunde ich mit meiner Gruppe den nahe gelegenen Baggersee. Nach überstandenen 6 km fühle ich mich wie eine Fitness-Fee und melde mich in Gedanken bereits zum nächsten Stadtmarathon an. Ach wie schön!

Beflügelt von meinem Erfolg trete ich kräftig in die Pedalen meines Fahrrads und mache mich auf den Heimweg. Ich fliege förmlich durch Wiesen und Felder und genieße das gute Gefühl des Sieges. 
Bis ich plötzlich in meinem linken Augen einen Schatten wahrnehme. Immer klarer sehe ich diese Gestalt, die sich beharrlich an mir vorbeischiebt. Es ist ein Mann, bestimmt zwanzig Jahre älter als ich, der federleicht an mir vorbei zu schweben scheint und schon bald nur noch eine wage Silhouette am Horizont bildet.

Als ich nach Hause komme, kann ich auf die gut gemeinte Frage „Wie war es?“ nur noch müde mit dem Kopf schütteln. Ich wanke zum Bücherregal und lasse meinen Blick über die Reihen schweifen. Irgendwo hier muss es doch sein. Das alte Buch übers Rosenzüchten.