Bewusst Süßen

Woraus besteht Haushaltszucker, was sind Süßstoffe und welche pflanzlichen Alternativen gibt es? Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, warum Zucker nicht alles ist und welche sinnvollen Alternativen es für die süßen Seiten des Lebens gibt. Ob Süßstoffe wie Sucralose und natürlich Stevia oder sogenannte Zuckeraustauschstoffe wie Erythirt und Xylit, es gibt viele Gelegenheiten den Zuckerkonsum einzuschränken und die Ernährung umzustellen. Aber wie sieht es mit der Lebensqualität und dem lukullischen Vergnügen aus? Wir stellen Ihnen verschiedene Süßungsmittel vor und geben einen Ausblick auf die Vor- und Nachteile. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

weißer und brauner Zucker

Handelsüblicher Haushaltszucker – auch Kristallzucker genannt - wird hierzulande aus der Zuckerrübe gewonnen. Was bei der Raffination passiert und wie es beispielsweise um den Kaloriengehalt unseres Haushaltszuckers steht erfahren Sie hier.

Woraus besteht Haushaltszucker?

Handelsüblicher Haushaltszucker – auch Kristallzucker genannt - wird hierzulande aus der Zuckerrübe gewonnen. Er besteht aus Saccharose, die wiederum zu den Kohlenhydraten gehört. Saccharose ist ein Zweifachzucker (Disaccharide) und besteht aus Glucose (auch als Traubenzucker bekannt) sowie Fructose (Fruchtzucker).

Für die Gewinnung von Haushaltszucker werden die gereinigten Zuckerrüben in kleine Schnitzel zerkleinert. In sogenannten Extraktionstürmen wird mithilfe von heißem Wasser der Zucker aus den Rübenschnitzeln herausgelöst. Der so gewonnene Rohsaft wird dann in Zucker und Nichtzuckerstoffe getrennt. In den folgenden Arbeitsschritten wird der entstandene Dünnsaft eingedickt, durch Zugabe von Impfkristallen zur Bildung von gleichmäßigen Zuckerkristallen angeregt und anschließend zentrifugiert. Der nun erzeugte Weißzucker wird durch nochmaliges Auflösen und Kristallisieren (Raffination) zu reinem Kristallzucker veredelt, wie wir ihn aus den Regalen der Verbrauchermärkte kennen. Raffinierter Zucker (kurz Raffinade), ist chemisch betrachtet nahezu reine Saccharose.

Welche Nachteile hat Haushaltszucker?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass handelsüblicher Kristallzucker über einen sehr hohen Kaloriengehalt und einen hohen glykämischen Index (Glyx) verfügt, was zur Folge hat, dass er unserem Körper schnell viel Energie zuführt und den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lässt. Auch die Zähne leiden, denn die kariesverursachende Wirkung macht Zucker zu einem ernst zu nehmenden Risiko für die Zahngesundheit. Gerade versteckter Zucker, wie beispielsweise in Getränken, steht im Ruf die Zähne zu schädigen, da er ständig und über den Tag verteilt aufgenommen wird. So werden die Kariesbakterien stetig mit Nahrung versorgt und produzieren Säuren, die den Zahnschmelz angreifen.

Raffinierter Zucker und dein Kaloriengehalt

Zucker besteht also aus dem Kohlenhydrat Saccharose und verfügt über einen hohen Kaloriengehalt. Mit nur einem Teelöffel Haushaltszucker (5 Gramm) nehmen Sie bereits 20 Kilokalorien zu sich. Hört sich doch gar nicht so viel an? Von wegen! Nehmen wir einmal an, Sie trinken über den Tag verteilt 3 Tassen Tee oder Kaffee, mit jeweils zwei Teelöffeln Zucker. Das sind schon mal 120 Kilokalorien, nur durch das Süßen Ihres Getränks. Die Referenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen beträgt ca. 8400 kJ / 2000 kcal am Tag. Dieser Wert bezieht sich auf jegliche aufgenommene Nahrung (und natürlich Getränke), wobei der Großteil der aufgenommenen Kalorien für die Hauptmahlzeiten reserviert sein sollte.

Macht Zucker dick?

Der beträchtliche Kaloriengehalt und der hohe glykämische Index (GI) machen Zucker zu einem Lebensmittel, das nur in geringen Mengen und sehr bewusst zu sich genommen werden sollte. Je höher der GI eines kohlenhydrathaltigen Lebensmittels ist, umso stärker wird auch die Insulinausschüttung in Gang gesetzt, was schlussendlich zu einer Steigerung der Fettspeicherung führt. Daneben soll der nachfolgende Abfall des Blutzuckerspiegels, der kurzeitig sogar in den Negativbereich (unter Normalzustand) abfällt, angeblich zu einem erneuten Hungergefühl und damit zur weiteren Nahrungsaufnahme führen. Eindeutige Studien, die diese Theorien fundiert bestätigen, gibt es dazu nicht. Jedoch zeigen sich Muster im Ernährungsverhalten, die eine entsprechende Schlussfolgerung zulassen. So wird erhöhter Zuckerkonsum als einer der Faktoren genannt, die zu Übergewicht führen und beispielsweise Krankheiten wie Diabetes oder Adipositas begünstigen.

Übrigens treffen diese Aussagen auch auf Fruchtzucker zu, der heute in vielen Fertiggerichten oder auch speziellen Kinderprodukten in zum Teil sehr großen Mengen zu finden ist. Der GI hängt jedoch nicht nur von der im Lebensmittel enthaltenen Zuckerart ab. Auch die im Produkt enthaltenen Ballaststoffe haben Einfluss auf den Anstieg des Blutzuckerspiegels. So dürfen Sie auch weiterhin mit ruhigem Gewissen Obst & Gemüse verspeisen, da sie neben der enthaltenen Fructose auch über Vitamine, Mineralstoffe und eben Ballaststoffe verfügen, die den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen lassen.

Macht Haushaltszucker süchtig?

Von Schoko-Junkies & Naschkätzchen - ob Zucker tatsächlich süchtig macht scheint auch unter Experten strittig. Fakt ist, dass der Zucker im Körper einen regelrechten Drang nach Süßem auslöst und wir stets nach mehr verlangen. Er soll die gleichen Hirnregionen ansprechen wie Alkohol oder auch Nikotin und wird deshalb oft als süchtig machend bezeichnet. Auch die aus dem Abfall des Blutzuckerspiegels resultierende Gier nach Süßer Nahrung trägt sicherlich ihren Teil zu dieser These bei.