Bewusst Süßen

Woraus besteht Haushaltszucker, was sind Süßstoffe und welche pflanzlichen Alternativen gibt es? Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, warum Zucker nicht alles ist und welche sinnvollen Alternativen es für die süßen Seiten des Lebens gibt. Ob Süßstoffe wie Sucralose und natürlich Stevia oder sogenannte Zuckeraustauschstoffe wie Erythirt und Xylit, es gibt viele Gelegenheiten den Zuckerkonsum einzuschränken und die Ernährung umzustellen. Aber wie sieht es mit der Lebensqualität und dem lukullischen Vergnügen aus? Wir stellen Ihnen verschiedene Süßungsmittel vor und geben einen Ausblick auf die Vor- und Nachteile. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

Stevia

Stevia rebaudiana

Stevia rebaudiana ist eine krautartige, blattreiche Pflanze, die ursprünglich aus Paraguay und den angrenzenden Gebieten Brasiliens kommt.

Alles über Stevia

Schon seit Hunderten von Jahren verwenden die Einwohner in Südamerika Stevia zum Süßen von Speisen und Getränken und setzen sie darüber hinaus sogar als Heilpflanze ein. Im Volksmund wird die Stevia rebaudiana, dank ihrer ungeheuren Süßkraft, auch als Honig- oder Süßkraut bezeichnet.

1887 entdeckte der Naturwissenschaftler Moisés Bertoni diese wertvolle Pflanze. Damit begann die Verbreitung von Informationen über Stevia in der restlichen Welt. Heute wird Stevia überwiegend in Paraguay, Brasilien, Japan und China angebaut.

Die begehrte Süße der Stevia-Pflanze versteckt sich in ihren Blättern, getrocknet sind sie 20- bis 30-mal so süß wie Zucker. Die aus den Blättern gewonnenen Steviolglycoside (das Stevia-Extrakt) bringen es sogar auf eine bis zu 350-mal höhere Süßkraft als Haushaltszucker. Somit entsprechen 10 g Steviolglycoside ungefähr der Süßkraft von 3 kg Zucker, und das praktisch ohne Kalorien!

Um die Steviolglycoside aus den Blättern zu extrahieren, werden diese zunächst getrocknet und zermahlen. Ähnlich wie bei der Zubereitung eines Tees werden die getrockneten Stevia-Blätter in heißes Wasser getaucht, um die Steviolglycoside freizusetzen. 

Im letzten Schritt werden die Pflanzenteile herausgefiltert und der gewonnene Extrakt nochmals gereinigt, konzentriert und auskristallisiert. Also ein ganz ähnliches Verfahren, wie es bei der Herstellung von unserem Haushaltszucker angewendet wird.

Das süße Ergebnis ist ein praktisch kalorienfreier Extrakt mit hohem Reinheitsgehalt. Jedoch gibt es auch hier Unterschiede in der Güte. Je reiner die Süße, umso höher die Qualität und auch der Preis. Jedoch lässt sich dieser Qualitätsfaktor auch schmecken: Stevia-Produkte mit hohem Reinheitsgehalt belohnen den Verbraucher mit einer vortrefflichen Süße, ohne bitteren Nachgeschmack.

Die Stevia rebaudiana kann aber noch viel mehr, als süßen Schwung in unser Leben zu bringen. Stevia ist weder kariogen noch lässt es die Insulinproduktion in die Höhe schnellen. Das heißt, Stevia hat keinen negativen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel, verschont unsere Zähne und ist nahezu kalorienfrei. So soll die Pflanze zur Unterstützung der Verdauung dienen, gegen Entzündungen in Mund und Hals wirken, gegen Zahnfleischbluten helfen sowie die Plaque- und Kariesbildung an den Zähnen hemmen. Bei äußerlicher Verwendung soll die Stevia rebaudiana sogar die Wundheilung fördern. Alles in allem also ein bemerkenswertes Gewächs, das sich das allgemeine Interesse mehr als verdient hat!