Bewusst Süßen

Woraus besteht Haushaltszucker, was sind Süßstoffe und welche pflanzlichen Alternativen gibt es? Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, warum Zucker nicht alles ist und welche sinnvollen Alternativen es für die süßen Seiten des Lebens gibt. Ob Süßstoffe wie Sucralose und natürlich Stevia oder sogenannte Zuckeraustauschstoffe wie Erythirt und Xylit, es gibt viele Gelegenheiten den Zuckerkonsum einzuschränken und die Ernährung umzustellen. Aber wie sieht es mit der Lebensqualität und dem lukullischen Vergnügen aus? Wir stellen Ihnen verschiedene Süßungsmittel vor und geben einen Ausblick auf die Vor- und Nachteile. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei!

Zucker und Alternativen

Zuckerarten und gesunde Alternativen

Wer von Zucker spricht, meint in der Regel Kristallzucker, der unter dem Begriff „Raffinierter Zucker (Raffinade)“ gesetzlich geschützt ist. Zum Süßen eignen sich aber auch Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe wie Stevia und Xylit.

Zucker

Bei raffiniertem Zucker (Raffinade) handelt es sich um Saccharose, die aus Zuckerrüben oder auch Zuckerrohr gewonnen wird. Es gibt natürlich noch einige weitere Zuckerarten, wie beispielsweise Traubenzucker, Malzzucker oder auch Milchzucker. Alle Zuckerarten (z. B. Saccharose, Glukose, Fruktose, Laktose) haben gemein, dass es sich bei Ihnen um leicht abbaubare Kohlenhydrate handelt. Sie verfügen über einen hohen Kaloriengehalt und sollten, auch aufgrund ihrer möglichen kariesverursachenden (kariogenen) Wirkung, nur in geringen Mengen aufgenommen werden.

Es gibt aber durchaus Unterschiede. So steht beispielsweise auch mancher Vollrohrzucker in dem Ruf weniger kariesfördernde Eigenschaften zu besitzen und zumindest teilweise über einen bestimmten Anteil an Mineralien und Vitaminen zu verfügen.

Süßstoffe

Süßstoffe verfügen über eine sehr viel höhere Süßkraft als Haushaltszucker (Saccharose) und können sowohl natürliche Verbindungen sein oder auch synthetisch hergestellt werden. Daneben wirken Süßstoffe nicht kariogen und sind vor allem durch den kaum beziehungsweise gar nicht vorhandene Kaloriengehalt (Nährwert) sehr beliebt. Aspartam (E951) und Saccharin (E954) gehören wohl zu den bekanntesten synthetischen Süßstoffen.

Sucralose (E955) ist ein Süßstoff auf der Basis von Zucker (Saccharose) und schmeckt in Reinform etwa 600-mal süßer als Kristallzucker.

Als wunderbarer Süßstoff natürlichen Ursprungs hat in den vergangenen Jahren Stevia von sich Reden gemacht. Gewonnen aus der Stevia rebaudiana, einer Pflanze, die in Südamerika beheimatet ist, verfügt das Extrakt des Süßkrauts über eine circa 300-mal höhere Süßkraft als Zucker. So reichen bereits kleine Mengen zum Süßen von Speisen und Getränken aus.

Um eine verbraucherfreundliche Dosierung zu erlangen, wird Stevia in der Regel mit einem Zuckeraustauschstoff, wie beispielsweise Erythrit, gemischt.

Zuckeraustauschstoffe

Zuckeraustauschstoffe sind in der Regel ebenfalls süße Kohlenhydrate natürlichen Ursprungs. Sie werden beispielsweise aus Mais- oder Weizenstärke oder, wie im Fall von Xylit, aus der Rinde von Birken- und Buchenholz gewonnen. Im Gegensatz zu Zucker haben sie jedoch einen geringeren Kaloriengehalt, nehmen weniger Einfluss auf den Blutzuckerspiegel und wirken nicht Karies verursachend (kariogen). Xylit wurde in verschiedenen klinischen Studien sogar eine antikariogene Wirkung nachgewiesen, sodass wir diesen Stoff heute auch in Zahnpflege-Kaugummi oder Zahnpasta finden. Bekannte Zuckeraustauschstoffe sind beispielsweise Sorbit (E420 – Sorbex), Maltit (E965 – Maltitol), Erythrit (E968 – Erythritol) und natürlich Xylit (E967 – Xylitol). Zuckeraustauschstoffe sind gesundheitlich unbedenklich und verfügen im Vergleich zu Zucker über wesentliche Vorteile. Bei übermäßigem Verzehr können die enthaltenen Zuckeralkohole jedoch abführend wirken.

Zucker - eine Süße Versuchung

Bei der Beurteilung von Zucker und anderen Süßungsmitteln gibt es unterschiedliche Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt. Zum einen stehen gesundheitliche und ernährungsphysiologische Ansichten im Mittelpunkt, zum anderen dürfen der praktische Nutzen und vor allem der Genussfaktor bei der Betrachtung nicht zu kurz kommen. Die eigenen Vorlieben, Ernährungsgewohnheiten und persönliche Geschmackspräferenzen spielen natürlich auch eine Rolle. Sicherlich wäre es erstrebenswert den tatsächlichen Zuckerkonsum zu reduzieren und sich schrittweise an eine weniger „süße“ Nahrung zu gewöhnen.

Unserer Meinung nach darf dies aber nicht bedeuten, das sämtliche Gaumenfreude „verboten“ wird. Denn schlussendlich ist und bleibt Zucker ein Lebensmittel, das bei mäßigem Konsum durchaus seine Vorzüge hat. Vielmehr sollte eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung mit ausreichend Bewegung und Sport im Vordergrund unserer täglichen Bemühungen stehen. Lust auf Genuss, mit wertvollen Zutaten und Spaß an einer gesunden Lebensweise. So werden Sie ganz von selbst die Zuckermenge reduzieren, um den guten Geschmack eines tollen Gerichts ungetrübt genießen zu können. Der Löffel Zucker im Kaffee darf gerne durch eine Stevia Süßstofftablette ersetzt werden und vielleicht werden Sie künftig Ihr Dessert mit 100 % Xylit zubereiten, um Ihre Zahngesundheit zu unterstützen. Probieren Sie es aus … denn die Dosis macht das Gift!

Zucker
Xylit
Erythrit
Stevia
Sucralose
 

Energie

Zucker:

1700 kJ/ 400 kcal

Xylit:

1000 kJ/ 240 kcal

Erythrit:

0 kJ/ 0 kcal

Stevia:

3 kJ/ 0,6 kcal

Sucralose:

1599 kJ/ 376 kcal*

 

Fett

Zucker:

0 g

Xylit:

0 g

Erythrit:

0 g

Stevia:

0 g

Sucralose:

0 g

 

- davon gesättigte Fettsäuren

Zucker:

0 g

Xylit:

0 g

Erythrit:

0 g

Stevia:

0 g

Sucralose:

0 g

 

Kohlenhydrate

Zucker:

100 g

Xylit:

99,8 g ***

Erythrit:

100 g ***

Stevia:

99,9 g ***

Sucralose:

94 g

 

- davon Zucker

Zucker:

100 g

Xylit:

< 0,5 g

Erythrit:

0 g

Stevia:

0 g

Sucralose:

7 g

 

- davon mehrwertige Alkohole

Zucker:

0 g

Xylit:

0 g

Erythrit:

100 g**

Stevia:

0 g

Sucralose:

0 g

 

Salz

Zucker:

0 g

Xylit:

0,01 g

Erythrit:

0 g

Stevia:

0 g

Sucralose:

< 0,1 g

 

Süßkraft im vgl. zu Raffinade-Zucker

Zucker:

1

Xylit:

1

Erythrit:

0,7

Stevia:

ca. 300 ****

Sucralose:

ca. 600 *****

Bye bye du süßes Leben?

Ein komplett zuckerfreies Leben wäre aus rein gesundheitlichen bzw. ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten vielleicht erstrebenswert. Aber wie sieht es mit der Lebensqualität und dem lukullischen Vergnügen aus? Auf jeden Fall ist es ratsam, dem eigenen Zuckerkonsum kritisch gegenüberzustehen und zu schauen, ob er sich nicht einschränken und an einigen (vielen) Stellen durch gesündere Zuckeralternativen und sinnvolle Süß- beziehungsweise Zuckeraustauschstoffe ersetzen lässt.

Eben einfach bewusst genießen … !

Alles Zucker, oder was?

Hier finden Sie weitere Details zu den Unterschieden & Besonderheiten von alternativen Süßungsmitteln:

Alles über Stevia

Alles über Erythrit

Alles über Sucralose

* Die borchers Sucralose Tafelsüße ist sehr leicht (Zucker ist in etwa 10-mal so schwer). So entsprechen beispielsweise 10 g Zucker nur 1 g borchers Tafelsüße mit Sucralose. 1 TL Sucralose (0,5 g) hat deshalb lediglich 2 kcal, während 1 TL Zucker (5 g) ca. 20 kcal enthält.

** Enthält kein Ethanol, wie in Spirituosen.

*** Diese Art der enthaltenen Kohlenhydrate wird vom menschlichen Körper nicht verstoffwechselt, womit sich der sehr geringe Kaloriengehalt erklärt.

**** das reine Stevia-Extrakt besitzt eine bis zu 300-mal stärkere Süßkraft als Raffinade-Zucker. Um eine bequeme Dosierung zu ermöglichen, wird Stevia i.d.R. mit Zuckeraustauschstoffen, wie Erythrit, gemischt. So wird eine 1:1 Süßkraft wie bei Haushaltszucker erreicht.

***** Sucralose besitz eine bis zu 600-mal höhere Süßkraft als Zucker. Durch die Zugabe von Maltodextrin wird eine leichte Dosierung ermöglicht.